Hässlicher Streit nach dem Loveparade-Drama: Die Stadt Duisburg beschuldigt die Polizei. Das Land wiederum knöpft sich Stadt und Veranstalter vor.
Innenminister Jäger räumte ein, dass ein polizeilicher Großeinsatz wie der zur Loveparade "nicht ohne Fehler" ablaufen könne
Nach der Katastrophe bei der Duisburger Loveparade hat NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Polizei erneut gegen Schuldzuweisungen in Schutz genommen. „Ich werde nicht zulassen, dass die Polizei als Sündenbock für die Fehler und Versäumnisse anderer herhalten muss“, sagte Jäger in der Sitzung. „Es ist schäbig, erst die Polizei um Hilfe zu rufen, weil die Veranstaltung aus dem Ruder läuft und ihr dann auch noch den Schwarzen Peter zuzuschieben“, wehrte Jäger Vorwürfe gegen die Beamten ab.
Vom Veranstalter Lopavent, der Stadt Duisburg und von Zeugen hatte es zuletzt entsprechende Vorwürfe gegeben. Die gegenseitigen Schuldzuweisungen von Stadt und Land wegen der Katastrophe auf der Loveparade werden schärfer.
Allerdings mussten sich Schäfer und seine Polizeiführung im neu konstituierten Ausschuss fragen lassen, ob die Duisburger Polizei nicht im Vorfeld genug Hinweise auf Sicherheitsbedenken erhalten habe. Der CDU-Abgeordnete Peter Biesenbach verwies etwa darauf, dass eine „Arbeitsgruppe Sicherheit“ vor der Loveparade 16 Mal getagt habe und dabei stets mehrere Polizeibeamte anwesend gewesen seien.
Das geht aus einem Bericht hervor, den das Duisburger Rathaus in der Nacht dem Innenministerium übermittelte und der im Ausschuss präsentiert wurde. Wenn die Polizei so gut informiert und eingebunden gewesen sei, warum habe sich dann wegen der offensichtlichen Bedenken bei der geplanten Zu- und Abbewegung in den Tunneln und auf den Rampen niemand an das Innenministerium in Düsseldorf gewandt? „Was ist wirklich geschehen?“, fragte Biesenbach.
Für die FPD fragte der Abgeordnete Horst Engel kritisch nach, warum die Polizei weiter der Stadt die Verantwortung für das Unglück zuweise, wo doch alles „im Einvernehmen“ mit Polizei und Feuerwehr entschieden worden sei.
Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article8818321/Loveparade-Sitzung-endet-mit-Schuldzuweisungen.html
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